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Der heimliche Krieg der USA; Hintergründe des Irakkrieges
Antworten

Cornelius



Beiträge: 13
Anmeldungsdatum: 1. März 2003

Verfasst am: 17. Juni 2004, 18:06

Der heimliche Krieg der USA
Autor: Mag. Michael Fenz, Mai 2004

Der folgende Artikel spiegelt geheimgehaltene Hintergründe des Irakkrieges wieder. Allgemein bekannte Tatsachen werden von einem ungewohnten Blickwinkel aus durchleuchtet, um so ein neues Bild der aktuellen Weltpolitik darzustellen.
„Die Stimme der Wahrheit ist leise, aber sie ruht nicht, ehe sie sich Gehör verschafft hat.“
frei nach Sigmund Freud

Trotz der raschen militärischen Erfolge der USA im Irakkrieg II und trotz der veröffentlichten guten Wirtschaftszahlen bewegen sich die Kapitalströme weg vom Dollar und hin zum Euro und zum Yen. Warum dies? Die Zukunft des Dollars ist keineswegs nur eine Angelegenheit, die vielleicht Banker und Devisenhändler interessiert. Der Dollar ist die geheime Stütze des „Pax Americana“ oder des „American Century“. Noch bedeutender als die militärische Überlegenheit ist der US-Dollar das Werkzeug, auf dem die Rolle Amerikas in der Welt beruht. Für viele unbekannt, ja schlichtweg unverständlich, ist zur Zeit ein Machtspiel von höchster politischer Bedeutung im Gange, wahrscheinlich das verhängnisvollste Machtspiel seit 1945.

Die Koalition der Interessen, die im Irakkrieg II zusammenflossen, umfassen nicht nur mächtige langfristige Interessen der amerikanischen Wirtschaft, wie beispielsweise des einflussreichen Energiesektors um Halliburton, Exxon Mobil und Chevron Texaco oder der gigantischen amerikanischen Waffenindustrie um Boing, Lockheed-Martin, Raytheon und andere. Der deutlich erkennbare Neokonservativismus der Falken Rumsfeld, Cheney und Wulfowitz um Präsident Busch lässt vermuten, dass es in Wahrheit um nicht weniger, als um den Erhalt der amerikanischen Macht, oder anders gesagt schlichtweg um deren Überleben geht. Bei diesem Machtspiel oder auch Überlebenskampf wird die einzigartige Bedeutung, die der Aufrechterhaltung des Dollars als Währungsreserven der Welt für die USA einnimmt, vielfach nicht verstanden. Dies ist der bei weitem wichtigste Antrieb hinter dem Machtkalkül Washingtons steht im Irakkrieg. Wie kann man zu dieser Behauptung gelangen?

Die amerikanische Vorherrschaft beruht auf zwei Säulen – ihrer überwältigenden militärischen Überlegenheit und der Rolle des Dollars als Währungsreserve für die Nationalbanken aller Staaten dieser Welt. Die erste Säule wird niemand ernsthaft anzweifeln.

Die zweite Säule der amerikanischen Vorherrschaft ist die dominierende Rolle des US-Dollars als Weltwährung. Diese Dollarvorherrschaft ist für die amerikanischen Weltherrschaft in vieler Hinsicht strategisch viel wichtig, als die überwältigende militärische Macht. Die Bedeutung einer Weltwährung wird vielfach kaum verstanden. Für das Funktionieren der zweite Säule spielt Öl eine strategische Rolle, jedoch ganz anders, als allgemein vermutet.


Die Bedeutung von Gold

Die verbleibende Supermacht USA begann bereits nach dem Krieg über ihre Verhältnisse zu leben und setzte so das Vertrauen in ihre Währung aufs Spiel.

Wenn wir rückblickend die Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg betrachten, kann man in den internationalen Beziehung der USA deutliche Entwicklungsphasen erkennen. Die unmittelbare Nachkriegszeit wird vom Bretton-Woods-Goldsystem beeinflusst. Was für viele ein nebensächliches Ereignis mit einer Relevanz höchstens für Wirtschaftshistoriker ist, ist in Wahrheit der Beginn einer verhängnisvollen Entwicklung von weltweiter Bedeutung.

Die USA waren als die alleinige Supermacht hervorgegangen mit einer starken industriellen Basis und den größten Goldreserven aller Nationen. Der Wert des Dollars war direkt mit dem des Goldes verbunden, quasi wie Gold. Dies war die Phase der liberalen amerikanischen Außenpolitik. Die amerikanische Führung war um die Herstellung eines Konsenses mit den Verbündeten bemüht. Die USA waren sozusagen der Hegemon innerhalb der westlichen Staatengemeinschaft. Die USA konnten sich erlauben, ihre Handelsgrenzen zu öffnen. Als Gegenleistung unterstützen die Europäer und Japaner die USA in ihrer Rolle während des kalten Krieges.

Diese freundliche Phase des „American Century“ ging Anfang der 70er jäh zu Ende. Europa gelang es wirtschaftlich auf die eigenen Füße zu kommen und exportierte fleißig in die USA. Die USA hatten neben dem Handelsbilanzdefizit mit steigenden öffentlichen Defiziten im Zuge ihrer diversen eskalierenden Kriege zu kämpfen. Man sagt nicht umsonst, der Wert des Geldes hat mit Vertrauen in dieses Geld zu tun. Solange es des USA allerdings gelang der restlichen Welt vorzutäuschen, dass der Dollar so wertvoll wie Gold sei, solange konnten die USA teure Kriege führen und Öl und Waren aus aller Welt günstig importieren.

Eine Währung ist unter dieser Betrachtung dann stabil, wenn sie in Relation zum Gold stabil bleibt. Auch wenn es archaisch klingt, Gold war und wird immer das Maß aller Werte bleiben. Kein anderes Medium kann diese Funktion übernehmen. Steigt daher der Preis für Gold, ist nicht Gold teuerer geworden, sondern in Wahrheit ist das Vertrauen (oder Wert) der Währung geringer geworden.

Es war Frankreichs General de Gaulle, der als erster nicht mehr an den Wert des Dollars glaubte und sich die französischen Exporte in Gold statt in Dollar bezahlen lies. Auch heftige Manipulationen des Goldmarktes durch die englische und der amerikanischen Notenbank konnten immer weniger Länder von einem stabilen Dollar überzeugen. Gold wurde mit Duldung der Nationalbanken, bewusst nach unten manipuliert und desavouiert. Der geneigte Leser möge sich fragen, warum die Öffentlichkeit auch heute noch, immer dann etwas über das Gold der Nationalbanken erfährt, wenn diese Goldverkäufe vorhaben und diese beabsichtigten Verkäufe dann noch medienwirksamst in der Öffentlichkeit verkündet werden. Was mag wohl dahinterstehen, dass bei der Größe des Verkaufsvolumens im Verhältnis zu möglichen Käufern, Verkäufe groß angekündigt werden? Wohl nur die Absicht den Goldpreis zu drücken und nicht steigen zu lassen. Das Argument der Nationalbanken, Gold bringe keine Verzinsung ist trügerisch. Gold zahlt mit gutem Grund keine Zinsen. Zinsen würden im Gegenteil das Gold „entwerten“. Nur für ein „unnatürliches“ Wertaufbewahrungsmittel muss Zinsen bezahlt werden und zwar als Anreiz es zu behalten. Gold hingegen ist Wert an sich und ideale Wertaufbewahrungsmittel, das alle Katastrophen und Währungsumstellungen übersteht, weil es nicht fiktiv und künstlich ist.

Die USA und England mussten innerhalb kurzer Zeit zwei Drittel ihrer Goldreserven hergeben. Das schwächere Glied in der Kette war dabei England. England kämpfte gerade mit dem Zusammenbruch seines Imperiums und mit dem Verlust seiner Bedeutung in der Welt und hoffte durch die Anlehnung an die USA seine verlorene Macht wieder zu gewinnen. Der Zusammenbruch konnte nicht aufgefangen werden, sodass der Sterling bereits 1967 gegenüber dem Gold abwerten musste. Damit beschleunigte sich auch der Druck auf die USA, was dazu führte, dass noch möglichst viel Gold gegen Dollar eingewechselt wurde. Es war für Präsident Nixen klar, dass es unsinnig sei, wertvolles Gold zu einem damals schon aufgrund der höchst aktiven Notenpresse und der Leistungsbilanzdefizite der USA künstlich überteuerten Dollar quasi zu verschenken. Im August 1971 musste Nixon mit der Auflösung des Goldstandards der Welt eingestehen, dass der Dollar durch die permanente, aber bewusste, Geldentwertung eben nicht so stark war, wie Gold und wie die USA der Welt glauben lassen wollte. Man musste zu einem frei flotierenden Währungssystem übergehen, was der Welt allerdings als Fortschritt verkauft wurde. Die Medien und die gesamte westliche Welt verstanden diesen Schritt als eine sinnvolle Weiterentwicklung der Weltwirtschaft. War es das wirklich?


Die Installierung des Dollars als Weltwährung

Durch den Zusammenbruch des Goldstandards fiel die letzte wirkliche Hürde gegen die unverhältnismäßige Ausweitung der Dollar-Geldmenge. Auch wenn die US-Nationalbank der Öffentlichkeit gegenüber die Stabilität des Dollars vermitteln möchte, zeigt die Realität ein gegenteiliges Bild.

Das frei flotierenden Währungssystem führte zu neuen ungewollten Verwerfungen. Der Bruch mit dem Gold als Vergleichsmaßstab war das Öffnen der Büchse der Pandora. Gold war das letzte und einzige Korrektiv gegenüber eine unverhältnismäßig aktiven Notenpresse. Dieses Korrektiv fiel nun weg. Deren emsigen Aktivitäten wurden nun offensichtlicher und konnten fortan nicht mehr verschleiert werden. Das freie Floaten des Dollars hatte allerdings auch einen Vorteil, nämlich, dass die Kosten der Herstellung des grünen Stücks Papier im Vergleich zum Ankauf von Gold irrelevant waren und somit faktisch keine Kosten mehr verursachten. Musste man früher um neue Dollars ausgeben zu können zuerst den Gegenwert in Gold oder ausländischen Währungen verdienen, so konnte man nunmehr Geld einfach „drucken“ soviel man wollte. Gesetzliche Beschränkungen waren lediglich pro forma Hindernisse. Die einzige ernsthafte Beschränkung bestand nur noch darin, wie viele Dollars der Rest der Welt akzeptieren würde, ohne das Vertrauen in das grüne Stück Papier endgültig zu verlieren.

Normalerweise würde bei einem Auseinanderklaffen der Wirtschaftsleistung und der Geldmengenausweitung Inflation entstehen. Nicht jedoch wenn es sich um eine Welt-reservewährung handeln würde. Inflation würde nur dann produziert werden, wenn das überschüssige Geld wieder in den Wirtschaftskreislauf der USA zurückfließen würde. Bei einer Weltreservewährung verbliebe es jedoch in den Tresoren der jeweiligen National-banken und käme daher nicht für Konsum zurück, sondern würde allenfalls in Staatsanleihen fließen. Welchem Land es schlussendlich gelingt, seine Währung als Weltwährung durch-zusetzen, hat ein Monopol, Geld im wahrsten Sinne des Wortes, drucken zu können. Dadurch hätte dieses Land faktisch als einziges Land der Erde die Möglichkeit Geld buchstäblich aus dem Nichts ohne Konsequenzen schaffen zu können.

Das Kunststück war nun den Dollar als Weltreservewährung zu etablieren. Dies gelang der USA über das ÖL. Durch einen festen Vertrag mit dem saudischen Königshaus und später mit der Opec, wurde vereinbart, dass Öl nur gegen Dollar fakturiert wird (Dollarpreisregel). Der Geniestreich war geglückt. Der wichtigste Rohstoff der Welt, die Grundlage jeder wirtschaftlichen Entwicklung, war nur noch gegen Dollar erhältlich! Der Deal wurde im Juni 1974, unbemerkt von der Weltöffentlichkeit, von Henry Kissinger durch die Gründung der US-Saudiarabischen Joint Commission on Economic Cooperation abgeschlossen. 1975 erklärten sich dann die anderen Opec-Länder offiziell dazu bereit, ihr Öl nur noch gegen Dollar zu verkaufen. Eine geheime Erklärung des amerikanischen Militärs, Saudi-Arabien zu bewaffnen, war eine Gegenleistung dafür.

Dieser Vertrag war natürlich auch im Interesse der Opec, die die Möglichkeit erhielten, ihre unvorstellbaren Beträge aus dem Ölverkäufen zu verwerten. So unglaublich dies klingen mag, die Erlöse aus dem Ölverkauf hätten bei weitem die Aufnahmekapazität der heimischen Opec Währungen gesprengt. Saudi-Arabien hatte tatsächlich das große Problem, was sie mit den Erlösen tun solle. Man hätte das Geld nur in einem Punker stapeln können und damit dem Wirtschaftskreislauf für immer entzogen. Das hätte zu verheerenden Folgen für die Weltwirtschaft und für die Nachfrage nach Öl geführt. Die amerikanische Zentralbank FED hatte in dem Vertrag der saudi-arabischen Zentralbank, SAMA im wahrsten Sinne des Wortes „erlaubt“ amerikanische Staatsanleihen mit saudischen Petrodollars zu kaufen.

Das freie Floaten des Dollars – oder richtiger, die Abwertung des Dollars auf einen realistischen Wert in Kombination mit der Dollarpreisregel für Öl läutete eine neue Phase im „American Century“ ein: Der Wertverfall, der früher durch den Goldstandard gesichert wurde, konnte nun zwar durch die Etablierung als Weltwährung gestoppt werden, die Dollarpreisregel führte allerdings zu neuen ungewollten Verwerfungen. Die Phase des Petrodollars.


Der Petrodollars als Rettung Amerikas und als Auslöser der Schuldenkrise

Durch die Verpflichtung weltweit Öl nur in Dollar zu fakturieren, rettete die USA den Dollar. Gleichzeitig war dies der Auslöser der Schuldenkrise der Entwicklungsländer.

Der fallende Wert des Dollars war der kaum bekannte Hauptgrund, warum die Opec Anfang der 70er Jahre den Ölpreise anhob. Dies wiederum hatte dramatische ungewollte Auswirkungen. Einerseits schuf es weltweit plötzlich eine starke Nachfrage nach Dollar und andererseits war damit, was ebenfalls kaum bekannt ist oder bewusst verschwiegen wird, der Beginn der Schuldenkrise der dritten Welt gelegt.

Alle ölimportierenden Länder, von Deutschland bis Südafrika und von Japan bis Argentinien waren mit dem gleichen Problem konfrontiert, nämlich, wie sie plötzliche durch vermehrte Exporte - letztlich in die USA - genügende Dollar bekommen könnten, um ihre höheren Rechnungen für den Ölimport bezahlen zu können.

Die Opec hingegen erstickt (im wahrsten Sinne des Wortes) beinahe an der Flut an Dollars und schickte diese sofort wieder zu amerikanischen und englischen Banken. Diese investierten einerseits in US-Schatzpapiere und andererseits verliehen sie die Dollars an Dritte-Welt-Länder als Kredit. Die Anhäufung der Petrodollar-Schulden in den Entwicklungsländern in den siebziger Jahren legte die Basis für die Schuldenkrise der Dritte-Welt-Länder in den achtziger und neunziger Jahren. Das Bestreben der USA, ihre Währung als Weltwährung zu positionieren war somit mithilfe der Dollarpreisregel und der Erhöhung der Ölpreise der Grundstein für die Schuldenkrise.

Als die US-Notenbank unter Paul Volcker 1979 die US-Zinsen in Folge einer ausufernden Verschuldung anheben musste, um den Wertverfall des Dollars zu stoppen, riss die Kette. Die Rückzahlung der Schulden wurde zunehmend schwieriger. Zwar war der Dollar gerettet, aber Mexiko kündigte als erstes Land 1982 an, der Schuldentilgung nicht nachkommen zu können. Die Entwicklungsländer erstickten an den Zins- und Rückzahlungsverpflichtungen. Um für die Rückzahlung der Schulden zu sorgen, schalteten die internationalen Banken den IWF ein, der fortan als Schuldenpolizei zu fungieren hatte. Öffentliche Ausgaben für Gesundheit, Bildung und Wohlfahrt wurden auf Anordnung des IWF zusammengestrichen, um sicherzustellen, dass der Schuldendienst für die Petrodollars rechtzeitig geleistet werden konnte. Heute ist die Arbeit des IWF immer mehr umstritten, da die Vorgaben des IWF nachweisbar zu einem Niedergang des Lebensstandards führte und das Wachstums der nationalen Wirtschaften zerstörte. Gleichzeitig wurden damit die Märkte für globalisierte multinationale Unternehmen aufgebrochen.

Europa und Japan überlebten diese schwierige wirtschaftliche Phase, die durch die Aufhebung des Goldstandards ausgelöst wurde. 1973 wurde die „Trilaterale Kommission“ von David Rockefeller und anderen ins Leben gerufen, um vorallem mit dem Aufkommen Japans als Industriegiganten fertig zu werden und zu versuchen, Japan in das System einzubinden. Von einem engen, amerikanischen Blickwinkel aus betrachtet schien die Phase des Petrodollars zu funktionieren. Japans Handelsbilanzüberschüsse wurden verwendet, um Öl und zinsbringende US-Schatzbriefe zu kaufen und wurde damit zum größten Gläubiger der USA. Immer wieder verlangten verschiedene Stimmen in Japan, dass sich die drei führenden Weltwährungen (Dollar, Deutsch-Mark und Yen) die Rolle der Weltreserve-währung teilen sollten. Dies zu verhindern war allerdings das Bestreben der USA.


Die USA müssen um ihre Vorherrschaft kämpfen

Inoffiziell wird oft die Sicherung des Irakischen Öls als Hauptbegründung für den derzeitigen Krieg angenommen. Die Gefahr der Ablösung des Dollars als Weltwährung ist wesentlich katastrophaler für den Wohlstand Amerikas, als der Verlust des Irakischen Öls.

Eine neue Phase im «American Century» begann, als der Euro zum Rivalen wurde. Das Aufkommen eines neuen geeinten Europas und der Europäischen Währungsunion stellte seit den frühen 90er Jahren eine ernstzunehmende Herausforderung für den Dollar als Weltwährung dar. Der gegenwärtige Irak-Krieg II, wider jeder Legitimation, wird m.E. nur vor dem Hintergrund eines gewaltigen Kampfes zur Sicherung der amerikanischen Vorherrschaft verständlich.

Wie die Ereignisse vermuten lassen, wird diese Phase eher imperialistisch unter dem Deckmantel der Demokratie sein, daher ist sie die Phase des demokratischen Imperialismus zu nennen. Im Gegensatz zu der Zeit nach 1945 ist in dieser Phase die Bereitschaft der USA Konzessionen zu gewähren, verschwunden. Nun scheint immer mehr ungeschminkte Macht und Vorherrschaft das einzige Instrument, die amerikanische Dominanz langfristig aufrechtzuerhalten. Am besten wird dieser Logik von den neokonservativen Falken um Paul Wolfowitz, Richard Perle, William Kristol und anderen, Ausdruck verliehen. Es muss aber betont werden, dass die Neokonservativen seit dem 11. September deshalb solchen Einfluss erlangt haben, weil die Mehrheit des US-Machtestablishments deren Ansichten als nützlich erachteten, um eine neue aggressive Rolle der USA in der Welt voranzutreiben.

Statt mit den europäischen Partnern Verhandlungen zu führen, betrachtet Washington Europa zunehmend als bedeutende strategische Bedrohung für die amerikanische Hegemonie. Vor allem das «Alte Europa» mit Deutschland und Frankreich, scheinen die Vorherrschaft der USA nicht bedingungslos in allen Punkten anerkennen zu wollen. Genauso wie Großbritannien, während seines wirtschaftlichen Verfalls nach 1870, zunehmend Rettung in verzweifelten imperialen Kriegen in Südafrika und anderswo suchte, benützen die USA ihre militärische Macht nun, um das zu erreichen, was sie mit wirtschaftlichen, diplomatischen oder politischen Mitteln nicht mehr zu erreichen im Stande scheinen. Die Neokonservativen sprechen über diese imperialistische Vorhaben offen, während die eher traditionellen Vertreter der US-Politik sie abzustreiten versuchen. Die wirtschaftliche Realität, der sich der Dollar am Anfang des neuen Jahrhunderts gegenüber sieht, definiert diese neue Phase in einer verhängnisvollen Weise. Ist der Dollar dabei die Achillesferse?

Es gibt einen qualitativen Unterschied zwischen den beiden ersten Phasen des «American Century» - bis zur Regierung Clinton - und dieser neuen, sich herausbildenden Phase des demokratischen Imperialismus in der Folge des 11. Septembers und des Irak-Krieges. Bis ins Jahr 2000 dominierte Amerika die Welt als Hegemon. Die Macht entstand nicht nur durch militärische Überlegenheit, sondern im Einverständnis mit ihren Verbündeten. Das ist auch der Grund, wieso der Hegemon zu bestimmten Diensten gegenüber den Verbündeten verpflichtet war, wie beispielsweise militärische Sicherheit und Regulierung der Weltmärkte zum Vorteil eines größeren Ganzen - ihn selbst eingeschlossen. Ab der Regierung Busch regierte allerdings eine imperialistische Macht, die als Wesensmerkmal keine solchen Verpflichtungen gegenüber Verbündeten mehr zu haben scheint. Das ist die Welt, die Amerika auf Anraten der neokonservativen Falken mit einer Politik der Präventivkriege beherrschen soll. Ein Präventivkrieg nicht nur auf militärischem Gebiet, sondern auch um die globale Vormachtstellung zwischen Dollar und Euro. Was war im Jahr 2000 geschehen, was den Umschwung auslöste, und zwar vor dem 11. September?

Für die USA war durch den Geniestreich den Dollar als Weltreservewährung zu positionieren, die Schönste aller Welten erreicht. Die USA waren nun die einzige Nation, die Geld einfach per Dekret herstellen konnte, ohne Gold oder Devisen dafür einzu setzten oder Inflation befürchten zu müssen. Dies führte zu einem gewaltigen Reichtum in den USA, da alle anderen Länder den Dollar kaufen mussten und die USA die Differenz zu den Herstellungskosten des grünen Papiers und des Verkaufserlöses des Dollars einstreifen konnte. Während alle anderen Länder fleißig arbeiten mussten, um sich Dollar leisten zu können, genügte in den USA ein Gesetztesbeschluss zur Aktivierung der Druckerpresse. Dass sich die USA diesen Vorteil nicht nehmen lassen möchte, liegt auf der Hand.

Allerdings gab es da ein paar Staaten, die Amerika wegen ihrer Außenpolitik im Nahen Osten nicht gut gesinnt waren. Bis 2000 wagte kein Opec-Land, die Dollarpreisregel zu verletzen. Solange der Dollar die stärkste Währung war, gab es auch wenig Anlass dafür. Aber Mitte 2000 überzeugten Frankreichs Präsident Chirac und Deutschlands Kanzler Schröder Saddam Hussein, sich den USA zu widersetzen, und das irakische Öl-für-Nahrungsmittel nicht in Dollars, sondern in Euro zu verkaufen. Die Euros würde auf einem speziellen UN-Konto bei der führenden französischen Bank, BNP Paribas eingezahlt werden. Radio Liberty des amerikanischen Aussenministeriums brachte darüber eine kurze Meldung in den Nachrichten, die Geschichte wurde aber schnell zum Schweigen gebracht. Saddam Hussein war sich der Gefahr wohl bewusst, alleine dem Erzfeind USA zu schaden und das „Feindgeld“ zu ersetzen war verlockender und er stimmte im November 2000 zu.


Der Irakkrieg zur Aufrechterhaltung des Dollars als Weltwährung

Der Irakkrieg war eine Warnung Öl nur gegen Dollar zu verkaufen. Der Krieg gegen den weltweiten Terrorismus die Begründung für die Öffentlichkeit.

Ein Opec-Beamter aus dem Iran, Javad Yarjani, lieferte eine detaillierte Analyse darüber, wie die Opec in naher Zukunft ihr Öl an die EU gegen Euro und nicht gegen Dollars verkaufen würden. Im April 2002 sprach Yarjani in Oviedo in Spanien auf Einladung der EU, speziell von Frankreich und Deutschland. Es sprechen sehr viele Anzeichen dafür, dass der Irak-Krieg gezielt „angezettelt“ wurde, um eine vorsorgliche Warnung an die Opec-Länder und andere zu schicken, nicht damit liebzuäugeln, das System des Petrodollars zugunsten eines Systems, das auf dem Euro basiert, fallen zu lassen.

Heute wissen wir, dass just zu diesem Zeitpunkt der Angriff der Amerikaner auf den Irak beschlossen wurde. Die Weltöffentlichkeit wusste nur nicht warum. Damit wird auch klar, dass mit dem Bruch der Dollarpreisregel Saddam Hussein sein Schicksal besiegelt hatte. Der Schritt des Irak war nichts anderes als eine Kriegserklärung gegen den Dollar.

Selbstverständlich wird das Ölzeitalter enden, bevor der Welt das Öl ausgeht, denn ab einem bestimmten Preisniveau wird auf Alternativen zurückgegriffen. In dieser Übergangszeit der Energiewende wird es allerdings recht turbulent werden. Und es wird bei der Versorgung mit Energie zu einem „Kampf“ zwischen den Wirtschaftsblöcken kommen. Es liegt die Vermutung nahe, dass der „Krieg gegen den weltweiten Terrorismus“, welches zum Unwort des Jahrzehnts gekürt werden sollte, nicht zum Schutz der westlichen Bürger, sondern vielmehr zur Ablenkung derselben geführt wird.

Die führenden Wirtschaftsblöcke versuchen sich für das 21.Jahrhundert zu positionieren, ein Jahrhundert, das voraussichtlich die Wende der Öl-basierten Wirtschaft mit sich bringen wird. Der „Krieg gegen den Terror“ konzentriert sich insbesondere auf den Mittleren Osten und die Kaspi-Region. Jene Region, wo sich 80% der Weltölreserven und riesige Vorkommen an Gas befinden. Zufall? Ein hinterlistiger Verschwörungstheoretiker, der Zweifel an der ständig suggerierten Kausalität anbringt, wonach die Antiterrorfeldzüge ausschließlich eine Folge der „permanenten Angriffe auf westlichen Werte sind. Seit jeher sind die USA bemüht durch militärische Stützpunkte „Stabilität“ in strategisch bedeutsame Regionen zu installieren, nachdem sie nicht selten, früher oft versteckte CIA Operationen, nunmehr immer häufiger mit offenen Interventionen einen Machtwechsel sich widersetzender lokaler Machthaber herbeigeführt haben. Diese nunmehr direktere Art der Durchsetzung amerikanischer Interessen führt zu unangenehmen aber in Kauf genommenen Nebenwirkungen – der radikalen Islamisierung. Der sogenannte „internationale Terrorismus“ ist daher Reaktion und nicht Aktion.


Ist der Irak der erste Dominostein der fällt?

Die USA leben davon, dass die restliche Welt ihnen Dollars abkaufen und gleichzeitig wieder borgen.

Warum stellt schon die bloße Absicht, nicht mehr in Dollar fakturieren zu wollen eine so große strategische Bedrohung für London und Washington dar, dass die USA dafür offensichtlich fünfzig Jahre alliierter Beziehungen riskiert und einen militärischen Angriff startet, dessen Rechtfertigung vor der Welt nicht mehr erlangbar ist?

Die Antwort liegt in der einzigartigen Rolle des Petro-Dollars für die Untermauerung und Aufrechterhaltung der amerikanischen Wirtschaft und dem amerikanischen Wohlstand. Solange fast 70% des Welthandels und 100% des Öls in Dollar abgewickelt werden, ist der Dollar die Währung, die die Zentralbanken aller Länder als Reserve ansammeln müssen, um im internationalen Handel bezahlen zu können. Die Zentralbanken dieser Welt kaufen Dollars nicht in physischer Form als Banknoten, sondern in Form von amerikanischen Wertpapieren. Genau das gleich tun die erdölexportierenden Staaten, die ja Dollars für das verkaufte Öl erhalten.

So fließt extrem viel Geld in US-Staatsanleihen. Dieser ständige Zufluss erlauben es den USA einerseits sich mehr zu verschulden, als jeder andere Staat und andererseits führt dies zu deutlich tiefere Zinssätze, als andere Staaten ihren Gläubigern hätte zahlen müssen und als der Höhe der Gesamtschulden eigentlich entspräche. Tiefe Zinsen kommen natürlich den amerikanischen Unternehmen und Konsumenten zu Gute. Welche positiven Auswirkungen tiefe Zinsen haben, zeigte Österreich im vergangenen Jahr. Nahezu die Hälfte des BIP-Wachstums war auf die billigen Zinsen aus Fremdwährungskrediten zurückzuführen. Dadurch kommt es tendenziell zu einem stärkeren Wirtschaftswachstum als in vergleichbaren Staaten mit höheren Zinsen, da sich die Konsumenten mehr Konsum leisten können und die Unternehmen mehr freien Cash Flow für Investitionen zur Verfügung haben. So werden in den USA tendenziell mehr Güter importiert als exportiert. Es entsteht ein riesiges Zahlungsbilanzdefizit. Der Welthandel ist ein Kreislauf, bei dem die USA tendenziell Dollars "herstellen" und der Rest der Welt tendenziell Güter erzeugt, um sie gegen Dollars zu verkaufen. Beides zum Vorteil der USA.

Aber natürlich ist es nicht so einfach: Dieser Kreislauf ist auch ein äußerst instabiles System, da sich nunmehr zur chronisch negativen amerikanische Zahlungsbilanz (Bilanz des „Unternehmens USA“) auch ein negativer US-Staatshaushalt (Budget) gesellte (Zwillingsdefizit). Die chronisch negative Zahlungsbilanz war Ausdruck des Weltwährungsystems indem Dollars für Importwaren und Öl gedruckt werden musste.

Hat sich die Welt vor 2000 noch gefragt, ob es durch den positiven US-Staatshaushalt in Kürze noch US-Staatsanleihen geben wird, so änderte sich dies unter der Regierung Busch in kürzerster Zeit. Nunmehr verschuldeten sich nicht nur die Privaten und Unternehmen, die immer schon verschuldet waren, sondern auch der Staat bis über beide Ohren.

Die Auslandnettoverschuldung der Vereinigten Staaten - öffentlich wie privat – begann unter der Ära Greenspan stetig anzusteigen. Wann immer es wirtschaftliche Probleme gab, öffnete Greenspan den Geldhahn massiv. Seit dem Ende des kalten Krieges bis heute wurden die USA Nettoschuldner in Höhe von mehr als 3,7 Billionen Dollar. Auch die schärfsten Kritiker dieser Überlegungen werden eingestehen, dass Schuldentürme nicht in den Himmel wachsen. Die Frage ist somit nicht OB, sondern WANN wir die Folgen dieser staatlich induzierten Schuldenpolitik erleben werden. Das Schlüsselwort heißt „Vertrauen“, oder lat. credere = Kredit. Willkommen in der verordneten Kreditwelt!

Es bedarf keiner großen Prophezeiungsgabe, um zu erkennen, wohin das führt. Mit einem jährlichen Budgetdefizit (jährliche neue Staatsschulden) von mehr als 730 Milliarden Dollar (mehr als 7% des Bruttoinlandsproduktes), müssen in die USA mindestens 2 Milliarden Dollar täglich zufließen, um die Nachfrage nach Dollars zu stillen. Zum Vergleich: Alleine der amerikanische Staat – ohne die Schulden der Unternehmen und Private - macht täglich nahezu dreimal mehr neue Schulden als Österreich an einem Tag überhaupt produzieren kann. Dieser ständige Zufluss an Dollar ist notwendig um die Zinssätze niedrig halten zu können. Sollte der Dollarzufluss auch nur geringfügig zurückgeht, wird der Dollar zuerst stark abwerten und danach zwingend zu einem Zinsanstieg führen. Ein Zinsanstieg wäre katastrophal für die bis über beide Ohren verschuldeten amerikanischen Konsumenten. Da über 70% der amerikanischen Wirtschaftsleistung aber im Konsum der Privaten erzeugt wird, würde jeder kleinste Zinsanstieg einen Rückgang des Konsums und damit ein Rückgang des amerikanischen Wirtschaft und damit wiederum ein enormer Schlag gegen das zarte, nicht wachsen wollende Pflänzchen der Weltwirtschaft sein. Einen Zinsanstieg muss daher mit allen Mitteln verhindert werden.


Öl in Euro zu fakturieren bedroht den Wohlstand der USA

Die Welt war mit der Durchbrechung des Dollarstandards gleichzeitig im Begriff das Gelddruck-Privileg der USA anzuzweifeln .

Würden nun Frankreich, Deutschland, Russland und einige Opec-Länder auch nur einen kleinen Anteil des Öls nicht mehr in Dollar abrechnen, würde für diesen Teil keine Dollars benötigt. Dieser kaum wahrgenommene Schritt des Irak in Euro abzurechnen, wäre für sich genommen noch unbedeutend. Hätte sich dieses Beispiel jedoch ausgebreitet, insbesondere zu einem Zeitpunkt, in dem der Dollar schon geschwächt war, hätte das ein Signal für den Verkauf von Dollars durch viele Zentralbanken und wichtige Marktteilnehmer bewirken können. In den Monaten vor dem Irakkrieg II waren bereits Anzeichen in diese Richtung aus Russland, Georgien, dem Iran, Indonesien, Pakistan und sogar Venezuela zu hören.

Zum einen würde die Opec weniger Petrodollars für ihr Öl erhalten, da sie ja in Euro bezahlt werden würde. Damit würde die Opec weniger Dollars in der USA anlegen bzw. weniger US-Staatsanleihen nachfragen. Zum anderen würden die Reserven der Nationalbanken für Ölkäufe zunehmend in Euro gehalten. Die Nachfrage nach Euroanleihen würde steigen und Europa könnte automatisch seine Zinsen senken. Auch wenn sich sonst kein einziges anderes Land dieser Zahlungsmodalität anschließen würde, würde alleine daraus die USA mit einer strategischen Krise konfrontiert, wie sie seit 1945 keine mehr gesehen haben.

Die nicht benötigten Dollars könnten an den Hersteller (die amerikanische Notenbank) im Tausch gegen eine andere Währung (z.B. Euro) zurückgegeben werden. Die USA müssten die Dollars in Euros tauschen und die Dollars wieder in ihre eigenen Tresore legen. Fremde Währungen muss die USA allerdings noch immer selber erwirtschaften und kann sie nicht, wie den Dollar drucken. Es käme zu Abflüssen von fremden Währungen (Devisenabflüssen) in den USA. Devisenabflüsse sind nichts anderes als Abflüssen von echtem Vermögen, wohingegen Abflüsse von Dollars für die USA Wertzugewinn bedeuten. Faktisch kommt einer Reduzierung der Dollarmenge daher einem echten Vermögensverlust der USA gleich.

Aber Washingtons Elite wussten genau, was auf dem Spiel stand. Im Irak ging es nicht um einfache chemische oder auch nukleare Massenvernichtungswaffen. Die «Massen-vernichtung-waffen», waren nicht jene, die man allgemein darunter verstand, sondern bestanden in der Bedrohung, dass andere Länder dem Irak folgen und den Doller durch den Euro ersetzen könnten. Das Ende der Rolle des Dollars als Weltwährung wäre schlichtweg eine Katastrophe für die Vereinigten Staaten und ein Lottogewinne für Europa.

Der Zinssatz der USA würde höher als 1979 angehoben werden müssen: Damals hob der US-Notenbankchef Paul Volcker beim Versuch, den Zerfall des Dollars zu stoppen, den Zinssatz auf über 17% an. Wenige wissen, dass die Krise des Dollars 1979 ebenfalls eine direkte Folge der Bemühungen von Deutschland und Frankreich unter Schmidt und Giscard waren, die begannen, zusammen mit Saudi-Arabien, US-Staatsanleihen zu verkaufen, um gegen die Politik der Carter-Administration im Iran zu protestieren.

Diese Bedrohung abzuwenden war eine, aus der Sicht der USA, absolut zwingende Notwendigkeit, die zur Entscheidung geführt hat, einen Regimewechsel im Irak herbeizuführen. Die Zukunft von Amerikas Status als einzige Supermacht hängt entscheidend davon ab, die Bedrohung der „unangemessenen“ Privilegien der USA, die vor allem den Euroländern durch den Euro kommt, abzuwenden. Diese Bedrohung ist in seinen Auswirkungen um ein Vielfaches größer als die Bedrohung von sogenannten „Staaten des Bösen“, was immer darunter zu verstehen ist! Der Irak war und ist eine Schachfigur in einem weitaus größeren strategischen Spiel, einem Spiel, in dem sich höchste Spieleinsätze rechtfertigen. Der Irakkrieg war eine tödliche Warnung an alle die Dollarpreisregel einzuhalten. Er war faktisch ein Krieg für die, wenn auch kurzfristige Rettung des Dollars.


Der ungerechtfertigte Vorteil der USA wurde von der Welt erkannt

Der wahre Gegner der USA ist nicht Saddam Hussein, der weltweite Terrorismus sondern, so unglaublich es klingt, der Euro der Europäer!

Dieser Kampf zwischen „Petro-Dollars“ gegen „Petro-Euros“, ist trotz des scheinbaren Sieges der USA keinesfalls vorbei. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das Geldmonopol der USA gebrochen wird. Heute ist es kein Geheimnis, dass der Euro nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von französischen geopolitischen Strategen zur Etablierung einer multipolaren Welt geschaffen worden. Das Ziel war, einen Ausgleich zur übermächtigen Dominanz der USA im Weltgeschäft zu schaffen.

Es ist bezeichnend, dass sich Großbritannien bis heute dem Euro verschließt und lieber für eine Schwächung Europas durch deren Spaltung einwirkt. Im vergangen Februar, schrieb ein dem französischen Geheimdienst nahestehendes Blatt, Intelligence Online, einen Artikel mit dem Titel «Die Strategie hinter der Paris-Berlin-Moskau-Achse». Der Bericht verweist auf die jüngsten Anstrengungen der Europäer, eine Gegenmacht gegen die Vereinigen Staaten zu schaffen. Und unter Bezugnahme auf das neue Bündnis von Frankreich und Deutschland schrieben sie «eine neue Logik und sogar Dynamik scheint aufgekommen zu sein. Durch eine Allianz zwischen Paris, Berlin und Moskau, die vom Atlantik nach Asien geht, könnte sich ein Ende der US-Macht abzeichnen. Zum ersten Mal seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Idee eines Kernlandes der Welt - der Alptraum aller britischen Strategen - wieder in die internationalen Beziehungen eingeschlichen».

Mackinder, der Vater der britischen Geopolitik, schrieb in seinem bedeutenden Text, «The Geograhical Pivot of History», dass die Kontrolle des eurasischen Kernlandes, von der französischen Normandie bis Wladiwostock, die einzig mögliche Bedrohung sei, die der Seemacht Großbritanniens etwas entgegensetzen könnte. Bis 1914 basierte die britische Diplomatie alleine darauf, eine solche eurasische Bedrohung abzuwenden, damals noch im Hinblick auf die Expansionspolitik des deutschen Kaisers nach Osten. Bezüglich der laufenden Bemühungen der Briten und der Amerikaner, einen eurasischen Zusammenschluss als Rivalen zu verhindern, unterstreicht der Pariser Geheimdienstbericht folgendes: «Diese strategische Annäherung (d.h. eine eurasische Kernland-Einheit zu bilden) liegt allen Kämpfen zwischen den kontinentalen Mächten (Kontinentaleuropa) und den Seemächten (GB, USA und Japan) zugrunde. Es ist die Macht der USA über die Meere, die bis heute die unerschütterliche Unterstützung Londons für die USA und die Allianz zwischen Tony Blair und Bush diktiert.»

Die aufkommende Bedrohung der USA durch eine französische geführte Euro-Politik mit dem Irak und anderen Ländern brachte führende Kreise des US-politischen Establishments zum Nachdenken über die Bedrohung des Petro-Dollar-Systems, lange bevor Bush Präsident wurde. Im Jahr 2000 veröffentlichte ein kleiner Washingtoner Thinktank das « Project for the New American Century», (PNAC) eine große Politik-Studie: «Rebuilding America's Defenses: Strategies, Forces and Resources for a New Century.» Bereits im Jahr 2000 heißt es dort über den Irak: «Die Vereinigten Staaten sind seit Jahrzehnten bemüht, eine beständigere Rolle in der Sicherheit der Golfregion zu spielen. Während der ungelöste Konflikt mit dem Irak den direkten Grund liefert, übersteigt die Notwendigkeit einer substantiellen amerikanischen Armeepräsenz im Golf das Ziel einer Überwindung des Regimes von Saddam Hussein.»

Dieses PNAC-Papier war auch die wesentliche Basis für das Weissbuch des Präsidenten vom September 2002, «The National Security Strategy of the United States of America». Das PNAC-Papier unterstützt einen «Entwurf für den Erhalt der globalen US-Vormachtstellung, die das Aufkommen eines großen Machtrivalen ausschließt und die internationale Sicherheitsordnung auf der Grundlage amerikanischer Prinzipien und Interessen gestaltet. Die amerikanische Großstrategie muss so weit wie möglich in die Zukunft hinein geplant werden.» Weiter müssen die USA «fortgeschrittene Industrienationen davon abbringen, die Führerschaft der USA in Frage zu stellen oder auch nur auf eine größere regionale oder globale Rolle zu spekulieren.»

Somit sollte klar sein, gegen wen die USA wirklich kämpfen!
Azo



Beiträge: 844
Anmeldungsdatum: 1. März 2003

Verfasst am: 17. Juni 2004, 21:49

Lieber Cornelius!

In welchem Buch/welcherZeitschrift/Tageszeitung ist dein Artikel denn erschienen?
Cornelius



Beiträge: 13
Anmeldungsdatum: 1. März 2003

Verfasst am: 17. Juni 2004, 22:21

Noch in keiner!
Cornelius
Nikodemus



Beiträge: 658
Anmeldungsdatum: 1. März 2003

Verfasst am: 17. Juni 2004, 23:42

Ich finde den Artikel ausgesprochen interesant! Wußt so manches Detail nicht!

Bin mal gespannt wann die ersten "Amerikaner" bei uns gegen diesen Artikel los ziehen werden!!!!




Beiträge:
Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 20. Juni 2004, 18:29

Alles schon gelesen!

Siehe http://www.allmystery.de/system/forum/geheimgesellschaften.shtml
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