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Homosexuellen - Ehe?
Antworten

Boris



Beiträge: 803
Anmeldungsdatum: 1. März 2003

Verfasst am: 9. September 2003, 18:32

Darf man manches nicht kritisch hinterfragen?

Wenn man etwas kritisch betrachtet, heißt es noch lange nicht, dass man es schon für falsch erklärt hat.

Außerdem würde niemand was anzweifeln, würden wir noch immer glauben, dass die Erde eine Scheibe ist!




Beiträge:
Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 9. September 2003, 18:55

Lieber Boris, du darfst nicht nur kritisch hinterfragen, du sollst dies tun; ich erinnere an das alte, schon früscholstische Axiom: fides quaerens intellectum et intellectus quaerens fidem. Kritisches Hinterfragen ist eines, sachliche Information ist ein anderes, und ethische Normen ein drittes




Beiträge:
Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 9. September 2003, 20:08

1.) Die Diskussion ist alles andere als niveaulos. Allerdings krankt die Debatte daran, dass wir an einander vorbeireden. Während die einen über die einen über die Einführung der Homosexuellenehe, (sohin über eine Änderung des geltenden Rechts) diskutieren, beschäftigen sich andere Beiträge mit der Frage, ob Homo-Beziehungen "natürlich (sündhaft)" sind. Das sollten wir auseinanderhalten. (Im übrigen habe ich den Eindruck, dass sich manche nicht die Mühe machen die Beiträge anderer zu lesen.)

2.) Kurz nochmals meine zusammenfasste Ansicht: Eine homosexuelle Veranlagung kann niemand vorgeworfen werden und ist daher auch keine Sünde.

Bei Einführung der Homosexuellenwehe sind jedoch auch die (Rechts-)folgen zu beachten. Homosexuellen (Ehe-) Paaren stünden damit steuerliche Vergünstigungen und andere Leistungen (Mitversicherung etc) zu. Dies wäre aus meiner Sicht aber aus den oben von mir angeführten Argumenten- die ich nicht wiederholen möchte- nicht gerechtfertigt. Denkbar wäre ein eingetragene Lebensgemeinschaft mit geringeren Rechtsfolgen (Besuchsrecht im Krankenhaus etc.).

Ich würde mich freuen hinsichtlich der Frage der Einführung der Homosexuellenehe einmal eine ausargumentierte Antwort zu erhalten.




Beiträge:
Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 9. September 2003, 20:26

@ Cyrano: Natürlich ändern dich Sitten im Laufe der Zeit. Entgegen anderer Ansichten (Sophisten, Rechtspositivisten etc.) gibt es jedoch bleibende vom Menschen unabhängige Werte. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern übereinstimmende Lehre aller Religionen.

Unabhängig davon: Die Institution der Ehe hat es zu allen Zeiten und in allen Kulturen gegeben. Die Ausformungen waren verschieden: Etwa war in manchen Gesellschaften die Mehrehe üblich, andere hatten eine monogame Tradition. Die damit verbundenen Zeremonien waren einem ständigen Wechsel unterlegen: Während etwa in den Frühzeiten der Kirche die Ehe durch einfaches Zusammenziehen der Eheleute, mit dem Willen bei einander zu bleiben, geschlossen wurde, haben sich später Hochzeitsfeierlichkeiten unter Beziehung des Priesters entwickelt. Die Ehe selbst als Gemeinschaft von Mann und Frau ist jedoch so alt wie die menschliche Kultur- oder ist dir anderes bekannt?

Die gesetzlichen Regelungen über die Ehe können daher auch nicht so leichtfertig, wie die von Dir angesprochenen Verkehrsregeln geändert werden.

Die religiöse Frage ist davon zu trennen: Sakramente sind nach katholischer Lehre von Jesus Christus selbst eingesetzt und können daher nicht durch menschlichen Willensakt geändert werden.
Azo



Beiträge: 844
Anmeldungsdatum: 1. März 2003

Verfasst am: 10. September 2003, 15:56

Lieber Herodot!

Du hast natürlich recht, die Themen sollten nicht ewig um neue Punkte erweitert werden..(nur entwickelt sich halt in der Diskussion oft ein weiteres spannendes Thema, wie eben jenes der "Natürlichkeit")

Zurück zur Ehe: Ich habe meine Meinung bereits klargelegt: Am Sakrament der Ehe soll nicht gerüttelt werden! Das ist eindeutig definiert. Genauso ist es, wie du richtig erklärst, nicht möglich, für homosexuelle Paare dieselben Rechtsfolgen der Zivilehe einzufordern, da die eingebrachten Leistungen (sprich: Kinder) nicht erfüllt werden. Eine eheähnliche konstruktion, die ein Besuchsrecht oder Ähnliches ermöglicht, ist dagegen für homosexuelle Paare wünschenswert.

Wie ist aber deiner Meinung nach mit kinderlosen, aber heterosexuellen Ehepaaren (hier geht es nur um die Zivilehe) zu verfahren? Für diese Paare gelten viele Steuervorteile, sie bringen aber keine Leistung (=Kinder) Rein rechtlich gesehen erfüllen sie damit einen wichtigen Bestandteil nicht. Sollen hier Abstufungen vorgenommen werden?
Boris



Beiträge: 803
Anmeldungsdatum: 1. März 2003

Verfasst am: 10. September 2003, 16:48

@Azo
Das selbe habe ich mir auch gedacht. Ferner was machen wir mit den Ehen die nur ein Kind hervorrufen? Dies ist auch nicht "das Gelbe vom Ei"! Nicht zuletzt, wieso werden heterosexuele Lebensgemeinschaften mit Kinder nicht zusätzlich zum Kindergeld subventioniert?...

Aber um im selben Ton der Argumetation von einigen zu bleiben - Das sind nur Randfälle, das tut nicht zur Sache.




Beiträge:
Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 10. September 2003, 19:04

Lieber Azo!

Es ist interessant, dass in dem Moment, wo ein Thema auf eine konkrete Sachfrage eingeschränkt wird, man doch oft -von verschiednen Ausgabgspunkten- zum selben Ergebnis kommt. In unserem Fall die eingetragene Lebensgemeinschaft. Dabei könnte es sich um einen der Form nach vorgegebenen Notariatsakt handeln. Ehe sollte man diese Konstruktion aber nicht nennen- dieser Begriff steht für eine dauernde Gemeinschaft zwischen Mann und Frau.

Zu den kinderlosen Ehen: Das Gesetz kann niemals auf jeden Einzellfall abstellen. Ehen werden aufgrund der Leistungen, die sie typischerweise für die Gesellschaft erbringen, gefördert- da ich mich nicht wiederholen möchte, verweise ich auf meine früheren Ausführungen.

Ich gebe Dir (und Boris) allerdings recht, dass diskussionswürdig wäre, mehr als nach geltendem Recht, die Förderungen in weiterer Folge nach der Anzahl der Kinder abzustufen (Stichwort: Familienbesteuerung)- aber das ist eine andere Geschichte...
Azo



Beiträge: 844
Anmeldungsdatum: 1. März 2003

Verfasst am: 12. September 2003, 16:12

ich gehe mit dir konform. eine eingetragene Lebensgemeinschaft darf nicht "Ehe" heißen, sondern ist einfach eine eingetragene Lebensgemeinschaft und hebt sich von "einfachen" Beziehungen dadurch ab, dass es abgeschwächte Rechtsfolgen durch die gemeinsame Eintragung gibt.

Klar ist auch, dass im Gesetz "Ehe" prinzipiell einmal eine Gemeinschaft von mann und Frau meint, die auf die Zeugung von Nachkommenschaft ausgerichtet ist. Möglich wäre aber ein Zusatz, quasi eine Einschränkung, dass Steuervorteile nur dann greifen, wenn Kinder gezeugt werden!




Beiträge:
Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 13. September 2003, 23:41

Ich sehe mich gezwungen, in diesem Medium etliche Dinge klar zu stellen. In einigen Äußerungen irrst Du, lieber Bbr.Rhodan:a) Die 10 Gebote, auch das siebente, gelten für alle, für Homosexuelle und für Heterosexuelle. b) Du schreibst von der "spanischen Inquisition". Diesen Begriff gibt es in der seriösen Geschichtswissenschaft nicht. Meinst Du damit die Sonderform in Spanien, wo im Zusammenhang mit der Reconquista Zwangskonversionen (seit 1391) von Juden und Mauren Verdacht erregten (berühmtester Grossinquisator Thomas von Torquemada, 1420-1498) und "Autodafes" (portugies. aus "actus fidei") Großdemonstrationen veranstaltet wurden, wobei keiner der Zwangsbekehrten im Kerker oder auf dem Scheiterhaufen landete? Natürlich sind Zwangsbekehrungen mit dem Christentum nicht vereinbar. Zum Ketzerproblem: Seit dem Konvent von Verona (1184 Kaiser Friedrich I. u. Papst Lucius III.) folgte dem Kirchenbann die Reichsacht. KAISER Friedrich II. (1194-1250) führte den Feuertod ein und NICHT ein Papst. Nebenbei: in den Ländern der Reformation (anglikanisches England includiert) waren prozentuell die Opfer höher als in kathol. Gebieten. Es ist unwahrscheinlich. dass Lutheraner, Calviner, Zwinglianer und Anglikaner im Auftrag des "Sanctum Officium" ( 1588 gegründete Nachfolgeeinrichtung der Inquisition, heute Glaubenskongregation) gearbeitet haben. Diese ganz böse Angelegenheit war eine entsetzliche Entgleisung der damaligen Zeit und nicht nur Sache der kathol. Kirche. c) Zu Ratzingers Gruselkabinett:" Nach Lehre der Kirche ist den Männern und Frauen mit homosexuellen Tendenzen mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgeneiner Weise zurückzusetzen." ("Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen", Nr. 4, herausgegeben am 3. Juni 2003 vom Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre Kardianl Ratzinger.) Ist Homosexualität eine Disposition, eine Krankheit - dazu später - dann ist Mit-Leid whl angebracht. Mit-leiden ist eine Tugend und keine verachtende herabwürdigung. d) Zum Schweigen der Kirche über Umweltverschmutzung:Du liest wahrscheinlich weder die deutsche Ausgabe des "LŽOservatore Romano", "Die Furche", diverse Kirchenzeitungen, Artikel von kathol. Ethikern und Moraltheologen, noch nimmst Du diebezügl. Sendungen des ORF wahr. Sonst müsstest Du zu einem anderen Urteil kommen.




Beiträge:
Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 14. September 2003, 11:01

Meine letzte Meldung dazu hier - persönliche Gespräche jederzeit.
Eine rechtliche Regelung homosexueller Partnerschaften ist nicht zu verwechseln mit einer sittlichen Bewertung. Aus der Geschichte wissen wir, dass staatliches Recht und Ethos nicht immer ident sind. Homosexualität ist ein vielschichtiges Phänomen. Selbst in der modernen Psychologie und Medizin sind Erforschung u.Beschreibung der Homosexualität umstritten Dies zeigen die vielen Versuche, das Phänomen der Homosexualität in verschiedene Formen aufzugliedern oder es in seinen Ursachen und Entwicklungen bzw. in den Graden seiner Ausprägung zu beschreiben: entwicklungsbedingte H., situationsbedingte oder Pseudoh., - vgl.die kürzlich verübte Vergewaltigung eines minderjährigen Häftlings in einer Wr.Justizanstalt-, Bisexualität, Neigungsh., Entwicklungsprozesse in der homosexuellen Neigung als unwiderrufliche -genetisch bzw.psychisch bedingte - Prägung der Sexualstruktur. Jedenfalls ist zu unterscheiden zwischen homosexueller Prägung u. homosexuellen Handlungen. Fortsetzung folgt.




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Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 14. September 2003, 11:19

Die Prägung oder Neigung wird von Homosexuellen selbst erst im Rahmen unterschiedlich verlaufender Entwicklungsphasen als bleibende Neigung zu gleichgeschlechtlichen Menschen erkannt. "Sie (Homosexuelle) haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar." (Katechismus der katholischen Kirche, Nr.2358.) Einerseits besteht in der wisssenschaftlichen Forschung die Auffassung, dass der homosexuell Veranlagte bzw. Geprägte seine homosexuelle Neigung nicht ändern kann, andererseits machen namhafte Autoren darauf aufmerksam, dass bestimmte Therapien unter günstigen Voraussetzungen auf Dauer eine Änderung der homosexuellen Neigung bewiken können. Fest steht jedenfalls, dass Homosexuelle für ihre homosexuellen Handlungen nicht weniger verantwortlich sind als Heterosexuelle für ihre heterosexuellen Handlungen.
Homosexualität bringt im Vergleich zur Heterosexualität Beeinträchtigungen mit sich. Bereits die Anatomie der menschl. Geschlechtlichkeit weist auf die Zweigeschlechtlichkeit hin. Homosexuelle Handlungen schließen eine volle geschlechtl. Polarität wie auch die Zeugung von Nachkommen aus. Der gleichgeschlechtl. Neigung haftet Unfruchtbarkeit an. Unter dieser Rücksicht empfindet auch der Homosexuelle seine Prägung als Anderssein, selbt wenn er sich allmählich mit seiner Vorgegbenheit abfindet. Fortsetzung folgt.




Beiträge:
Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 14. September 2003, 11:41

Von der Schöpfungsordnung u. vom Schöpfungsauftrag Gottes an Mann u. Frau her kann Homosexualität nicht als eine der Heterosexualität gleichwertige sexuelle Prägung angesehen werden. Der eigentliche Ort der vollen Geschlechtsgemeinschaft ist nach dem Verständnis der Bibel die Ehe zwischen Mann und Frau, und die Keimzelle der menschl. Gesellschaft ist die Ehe. Im Alten u. im Neuen Tastament ist man sich darüber klar, dass homosexuelle Praktiken nicht dem eigentlichen Sinn menschl. Geschlechtlichkeit entsprechen können. Paulus versteht homosexuelles Verhalten als widernatürlichen Verkehr, vor dem er in gleicher Weise warnt wie vor anderen sexuellen Fehlhaltungen. (vgl. Röm 1,25-27 u. 1 Tim, 1,10).
Auf Grundlage heutiger Einicht über Entstehung der homosexuellen Verfasstheit verbietet sich jede Diffamierung homosexuell veranlagter Menschen. In sittlicher Hinsucht ist es für solche Menschen wichtig, dass sie sich bemühen, sich nicht von ihrer Sexualität beherrschen zu lassen u.vor allem müssen sie andere in ihrer Personwürde achten u. dürfen sie nicht als Mittel zur eigenen Triebbefriedigung mißbrauchen (dies gilt natürlich auch für Heterosexuelle). Auch die Möglichkeit von Selbsterziehung und Selbstbeherrschung darf bei Homosexuellen nicht ganz geleugnet werden. Fortsetzung folgt




Beiträge:
Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 14. September 2003, 11:55

In Gesellschaft und Kirche ist es allen aufgegeben, homosexuell veranlagten Menschen Verstädnis entgegenzubringen, denn diffamierende Herabsetzung treibt sie oft in eine unerträgliche Situation und erschwert für sie jede Kommunikation. Eine soziale Bevorzugung der Heterosexualität ist grundsätzlich legitim und notwendig, um den Gefahren der Verführung und unnötiger Verstärkung homosexueller Veranlagungen entgegenzuwirken. Eine kirchliche Anerkennung als Institution können gleichgeschlechtliche Partner nicht erlangen.
Rhodan



Beiträge: 890
Anmeldungsdatum: 1. März 2003

Verfasst am: 14. September 2003, 16:11

Lieber Samson!

Es freut mich, dass Du dir die Zeit nimmst und so ausführlich unsere Unwissenheit erhellst. Tatsächlich wurde ich schon aufgeklärt, dass die Glaubenkongregation, von mir fälschlicherweise als "Ratzingers Gruselkabinett" nicht die Nachfolge der spanischen Inquisition war, sondern der hl. römischen Inquisition, das hat jedenfalls die ORF Reihe Kreuz und Quer vor ein paar Wochen in einer Dokumentation behauptet..

Bezüglich Quellen, nach denen wir uns informieren... da dir der ORF nicht gut genug ist, weil er kritisch berichtet (Siehe ORF ON vom 31.07.2003[/url]), es geht auch direkt beim Vatikan unter [url=http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20030731_homosexual-unions_ge.html]Erwägungen zu den Entwürfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen. Das ist das Dokument, welches diese Diskussion überhaupt ausgelöst hat. Du kennst es scheinbar auch recht gut, da du sehr viel daraus zitierst.

Dennoch ist mir nicht alles klar was du schreibst:
Samson schrieb:
In einigen Äußerungen irrst Du, lieber Bbr.Rhodan:a) Die 10 Gebote, auch das siebente, gelten für alle, für Homosexuelle und für Heterosexuelle....

Ich bin mir ja nicht sicher wer sich wo irrt, schließlich bist Du ja der Verbindungsseelsorger, aber das siebente Gebot lautet doch: "Du sollst nicht stehlen.". Das gilt natürlich für Heterosexuelle gleich wie für Homosexuelle, aber ich denke Du meintest eher das sechste Gebot, welches lautet: Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.. Ich komm da auch immer durcheinander, meine Eselsbrücke ist Unkeuschheit=Sex=6tes Gebot. Im Evangelischen Katechismus und der Lutherbibel wäre es das siebente Gebot, aber lt. http://www.sta-leistadt.de/religion/gebote.htm ist es im katholischen Kathechismus ist es das sechste... ich hab auch in meiner Schulbibel nachgesehen und x-mal durchgezählt...

Weiters: Ganz entschieden protestiere ich gegen die permanente und immer wieder argumentierte Gleichsetzung von Homosexualität und Mißbrauch! Das ist eine Argumentation aus der untersten Schublade! Ein Mißbrauch kommt eher dann vor, wenn man seine Sexualität - wie von der Kirche gefordert - zu unterdrücken versucht. Warum du gerade das Beispiel des vergewaltigten Häftlings bringst ist mir rätselhaft, wofür soll das stehen? Sollen wir andere Beispiele bringen für unterdrückte Sexualität, die dann ganz furchtbare Ergebnisse bringt? Zum Beispiel aus Boston? Nein, das wollen wir doch nicht...
Samson schrieb:
Zu Ratzingers Gruselkabinett:" Nach Lehre der Kirche ist den Männern und Frauen mit homosexuellen Tendenzen mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgeneiner Weise zurückzusetzen.

Dieser Satz ist für sich alleine genommen ja durchaus in Ordunung, zusammen mit dem Rest erscheint er jedoch als "Alibi-Satz", denn eine angeborenes, natürliches Ausleben seiner sexuellen Triebe stellt keine Krankheit dar, wird es doch als eine solche bezeichnet, dann hat man die Achtung eben nicht.

Samson schrieb:
...Paulus versteht homosexuelles Verhalten als widernatürlichen Verkehr, vor dem er in gleicher Weise warnt wie vor anderen sexuellen Fehlhaltungen. (vgl. Röm 1,25-27 u. 1 Tim, 1,10).

Homosexualität ist NICHT widernatürlich. Ich weiß nicht wie man dass argumentieren will, aber mit der Natur kanns nicht zu tun haben, es gibt derart viele Beispiele von Homosexualität bei Tieren, beim Menschen seit jeher sowieso.

Auch da sprichst Du wieder von Homosexualität als KRANKHEIT, wo sich Therapien als positiv auswirken können. NEIN, NEIN und nochmals NEIN.

Außerdem würde ich eine wortwörtliche Bibelinterpretation bleiben lassen, zumindest ist das meine Meinung als Laie.

Samson schrieb:
In Gesellschaft und Kirche ist es allen aufgegeben, homosexuell veranlagten Menschen Verstädnis entgegenzubringen, denn diffamierende Herabsetzung treibt sie oft in eine unerträgliche Situation und erschwert für sie jede Kommunikation.


Dann muss sich die Kirche auch daran halten! Homosexualität als Krankheit zu bezeichnen IST Diffamierung und setzt natürlich Homosexuelle herab! Die Forderung, dass sie ihren Sexualtrieb komplett zu 100% unterdrücken sollen ist dafür saftig unmenschlich.

Samson schrieb:
Eine soziale Bevorzugung der Heterosexualität ist grundsätzlich legitim und notwendig, um den Gefahren der Verführung und unnötiger Verstärkung homosexueller Veranlagungen entgegenzuwirken.

Ja natürlich soll die Familie den höchsten Stellenwert vor anderen "Lebensformen" haben, nur was sind jetzt schon wieder die "Gefahren". Wird schon wieder versucht den Mißbrauch als etwas rein Homosexuelles darzustellen?! Was ist eine unnötige Verstärkung? Glaubst Du, dass man mit "Werbung" für Homosexualität den Fortbestand der Menschheit gefährdet?

Samson schrieb:
Eine kirchliche Anerkennung als Institution können gleichgeschlechtliche Partner nicht erlangen.

Tja, offensichtlich. Aber verständlich ist das nicht. Panzer können gesegnet werden (Kampfpanzer, die Menschen umbringen, lieber Kasimir) aber wenn 2 Menschen sich lieben, dann verdienen sie keinen Segen sondern Mitleid ob ihrer Krankheit.

Letztlich bleibt festzustellen, dass es doch interessant ist, wie eine einfache Diskussion derart Wogen schlägt. Ich verstehs nicht, aber scheinbar hat das irgendwo einen wunden Punkt bei manchen getroffen.

Ich kann mir jedenfalls wie viele andere Diskutanten im Forum eine "notariell eingetragene Lebensgemeinschaft" vorstellen, welche mit gewissen Rechten ausgestattet ist. Und genauso wie viele andere im Forum würde ich das Wort "Ehe" bei einer solchen Verbindung weglassen, das ist etwas heiliges zwischen Mann und Frau. Dennoch kann ich mir durchaus vorstellen, dass auch die Kirche ihre Vorstellung ändert und solchen Paaren einen Segen erteilt.




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Verfasst am: 16. September 2003, 01:36

Lieber Rhodan,klar, ich meinte nicht das 7., sondern das 6.Gebot...Ich kann mir denken, was Du da denkst, dennoch: Freud hin Freud her.Homosexualität und Missbrauch habe ich einfach kurzschlüssig nie verbunden. Ich habe versucht, das Phänomen (Wortgebrauch im Sinne der philosophischen/psychologischen Wissenschaften) der Homosexualität in seiner Vielschichtigkeit kurz aufzuzeigen. "Widernatürlich": als Christ muss ich das Neue Testament, die Urkunde des Christentums, zitieren, falls ich sie ignorierte, hätte ich ernste Bedenken, mich noch als Christ verstehen zu können. Therapien?Dazu immer noch ein Standartwerk: W.H.Masters-V.E.Johnson-R.C.Kolodny, Ethical Issues in Sex Therapy and Research. Auch die Wiener Schule hat inzwischen -ewig Gestrige ausgenommen- von Rohracher Abschied genommen. Die Vergewaltigung des U-Häftlings in Wien habe ich doch nur als Beispiel für eine situationsbedingte oder Pseudohomosexualität erwähnt - ohne Wertung.
Die katholische Kirche - und dazu gehören auch wir - ist moderat, wie ich versucht habe, in aller Kürze (was kurz ist, kann mißverständlich sein) aufzuzeigen.
Succus:Es gilt zu unterscheiden zwischendem Mensch- ihm schulden wir immer unsere Liebe - und dessen Handlungen. Als Christen können wir Homosexualität und Heterosexualität nicht auf gleiche Ebene stellen.




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Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 16. September 2003, 04:09

Nachtrag zur Adoption (= Vergewaltigung. Dieser Wortwahl stimme ich nicht zu.) Worum es geht: Alleinerzieherinnen/Alleinerzieher ist Tatsache. Schlimm für Kinder, die ohne Vater/Mutter aufwachsen müssen. Auch Tatsache (wissenschaftliche Forschungsergebnisse) ist: Nur wenige homosexuelle Partnerschaften halten überhaupt höchsten fünf Jahre. Und dann die Psyche dieser Kinder?




Beiträge:
Anmeldungsdatum: Heute

Verfasst am: 16. September 2003, 12:52

Liebe Bundesbrüder!

Vorbvemerkung: Zur Panzersegnung haben wir bereits früher verhandelt - bitte dort nachlesen, widerlegen oder zur Kenntnis nehmen.

Vorbemrkung 2: Kreuz und quer - wie auch der ORF im übrigen, man vergleiche etwa dier Nachrichten in ORF und ARD ! - bietet geradezu die Garantie für Manipulation, wenn auch unter dem Mäntelchen der INformation. Kritisch ist dabei höchstens, wie unkritisch der ORF ist und auch die abgedroschensten Gemeinplätze stereotyp wiederholt, ohne sich die Mühe neuer Argumente zu machen. Es geht dort ganz offeniischtlich keinesweg um seriöse Information über religiöse oder philosophische Themen, sondern schlicht um Unterhaltung! Daher bleibt alles an der Oberfläche, flotte SAger genügen, ja nicht die andere Seite zu Wort kommen lassen - Ziel ist ein liberalistischer Einheitsbrei - Kost für Kurzstreckendenker und Schachstromintellektuelle- wozu ich keinen Amelungen zählen möchte.

Zum AT und den zehn GeBOTEN. Da es zwei Überleiferungen des Dekalaogs gibt, mit verschiedenen Zählungen, kommt es letztlich darauf an, genau zu sagen ob man nach Deuteronomium oder nhach Exodus zitieren will - wenn man schon meint, die Zählung sei relevant. Und dann stellt sich nochmals die Frage nach den Absätzen, um festzustellen, ob es nicht eingetlich doch 11 Gebote sind.
Die Protestanten verwenden aus naheliegenden Gründen natürlich die andere Zählung als die Katholen.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Beweislast dejenigen trifft, der eine Änderung bestehender Verhältnisse will. Daher ist nicht die Ehe zu rechtfertigen, und auch nicht das faktische Verhalten erwachsener Homosexueller, sondern die Erweiterung der gesetzlichen Basis, die öffentliche Anerkennung, die an sich denbare Form einer sakramentalen Zurkenntnisnahem der Kirche, mit allen Interpretationsfolgen, die damit in einer Gemeinschaft vonb Menschen eben verbunden sind. Diese positive Argumentation vermisse ich bis sheute seitens der Prponenten für die Änderungen - allgemeine UNdifferenziertheit ist kein ausreichendes ARgument.

Zum Mißbrauch: Die Mißachtung von Regeln kan an sich kein hinreichender GRund sein, sittliche Normen zu ändern. Dass Adolf der Kühne und die Unzahl seiner Nachfahren den Massenmord als staatliches Instrument eingeführt hat, kann niemals Grund dafür sein, das Leben des anderen Menschen der Beliebigkeit preiszugeben. Dass Ehen gebrochen werden, ist kein hinreichender Grund, das Institut der Ehe an sich für obsolet zu erklären. Dass Menschen in anderen Gemeinschaften leben, als in heterosexuellen, ist auch noch kein Grund, die ethische Bewertung zu ändern.

Gesetze sind KJonsequenzen ethische richtiger Entscheidungen bzwq. Einstellungen. Gesetze kann man daher tatsächlich leicht ändern. Es ist aber zumindest dann nicht sittlich gerechtfertigt, wenn Grundrechte des Menschen betroffen sind. Ein Grundrecht auf formelle staatliche Anerkennung homosexueller Lebensweise wurde aber bisher nicht einmal argumentiert. Selbst wenn man einer sg. und wohlverstandenen Situationsethik ( asl notwenidge Güterabwägung) den ihr gebührenden RAum öffnet, kann das nicht bedeuten, dass auch die Güterabwägung die einzige gerechtfertigte Methode ist, sittliche Urteile zu bilden. DIe Selbstentwicklung des Menschen auf ein Ziel hin ist als Aufgabe vorgegeben, und daher nur in gewissen Grenzen gestaltbar. Defizite sind bedauerlich - jeder Mensch hat sie mit sich herumzuschleppen - , sie entheben aber nicht der sittlichen Pflicht, die Verantwortung vor dem eigenen Gewissen zu bagetellisieren. Dass man auch am Leiden reifen kann, beweist eine UNzhal herausragender Menschen der Weltgeschichte.

m.bbr.g. Kasimir
Azo



Beiträge: 844
Anmeldungsdatum: 1. März 2003

Verfasst am: 17. September 2003, 19:44

lieber Samson!

Homosexualität und Heterosexualität sind zu trennen, da stimme ich dir voll zu. Wie du auch selbst sagst, geht es aber auch um die Menschen, die wir nicht an den Pranger stellen sollen (darüber sind sich alle Diskutanten in diesem Forum einig und es ist dies auch die Ansicht der katholischen Kirche)

Bei der Dauer homosexueller Partnerschaften auf generell weniger als fünf Jahre zu schließen, halte ich trotz "Forschungsergebnissen" für voreilig. Statistiken sind schneller gefälscht, als mensch denkt. Ebenso halte ich von Ausagen wie "Jeder fünfte Mann ist potenziell homosexuell" wenig.

Wie sich homosexuelle "Eltern" auf die Psyche der adoptierten Kinder auswirken, kann ich nicht beurteilen, ich kenne auch keine Forschungsansätze hierzu.

@kasimir:

Natürlich hast du recht, die Information wird (nicht nur im ORF) immer öfter mit Meinungen unterlegt und nur einseitig wiedergegeben. Im Zeitalter der rasanten Informationsverbreitung und -genese kann eine wirklich differenzierte Berichterstattung nur über eine gründliche und aufwendige Recherche erfolgen, die sich kaum noch ein Sender/Verlag/journalist leisten kann. Ist ein trauriges Faktum und erfordert vom Einzelnen vermehrt die kritische Grundhaltung und das Hinterfragen des Gebotenen.
Albi



Beiträge: 130
Anmeldungsdatum: 1. März 2003

Verfasst am: 16. Dezember 2003, 07:29

Sehr geehrter Herr Stangl!

Mich befremdet vom Fleck weg die distanzierte "Sie"-Form denn noch einige wenige Tage vor dem ersten Beitrag wurde ich mit "Heyyy Albiii" in der Früh begrüßt und ich hoffe nicht mit einschlägigen Absichten.

Ich betrachte den Charakter der Zivilehe als solchen und damit hat sie für mich reinen Vertragscharakter mit Auswirkungen auf die Sozialversicherung und Mietverträge etc. und ich sehe keinen Grund gleichgeschlechtlichen Paaren vor dem Standesamt die Rechtsfolgen einer Zivilehe so wie bei Mann und Frau zu verweigern.

Vor Gott geschlossene Ehen sind ein Sakrament und kein "Pakt" wer von wem eine Witwerrente bekommt und wer so denkt dessen Ehe ist sowieso von Nichtigkeit bedroht.

Lieber Herr Stangl, ich versuchte Elektrotechniker zu werden, mühte mich als Mechaniker ab und werde als Jurist mein Gnadenbrot fristen und als solcher kann ich sagen, daß ich in die Kompetenz einer anderen Fakultät - nämlich der Theologischen - nicht hineindilettieren will.

Ein interessantes Gedankenexperiment wäre es was ich täte für den fall gleichgeschlechtlich veranlagt zu sein. In diesem hypothetischen Falle wäre meine Aufgabe zu erforschen weshalb es Gott gefallen hätte mich so zur Welt zu bringen und wie ich daraus das Beste machen könnte.

Auch wenn dann einer Zivilehe ein katholischer Priester keine Segnung geben könnte würde es Gott obliegen zu beurteilen was geschehen ist.

Gott hat das letzte Wort und mit unseren Gesetzbüchern, dem Kirchenrecht, der Theologie werden wir niemals für jeden Einzelfall eine allgemeingültige kasuistische Patentlösung finden können.

Eine interessante Frage, aber ein etwas weniger aggressives Eingangsreferat hätte ich für vorteilshafter angesehen.

mfg.
A.P.
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